Mittwoch, 26. März 2025

In der Schärfe liegt die Würze

Ich nasche gerne Wasabinüsse. Zahlreiche Produkte buhlen um meine Gunst, doch erfuhr ich vor Jahren aus einem Fernsehbeitrag – den ich auf Anhieb auf Youtube wiedergefunden habe; er stammte aus der Sendung "ZDFbesseresser" –, dass es sich bei den in unseren Supermärkten erhältlichen Sorten durchweg um Mogelpackungen handelt. "Von exotischem Wasabi kaum eine Spur", lautete das Resümee. "Um den scharfen Wasabigeschmack und die leuchtend grüne Farbe zu imitieren, trickst die Industrie ordentlich": Geringer Erdnussanteil, noch geringerer Wasabi-Anteil bis zum Nichtvorhandensein (Ersatz durch Senf- und sonstige Aromen plus Farbstoff; "Wasabi-Style" o.ä. schreibt man dann kleinlaut auf die Packung), und das bei teils völlig überzogenen Preisen.

Nun fiel mir ein französisches Produkt in die Hände, das nicht nur verblüffend preiswert war, sondern einen Wasabi-Anteil von 0,3 Prozent versprach! Zum Vergleich: Die Nüsse von "Rewe Beste Wahl" weisen "nur homöopathische 0,003 Prozent Wasabi" (Foodwatch) auf. Und wahrlich, das merkt man! Die Meerrettichnote ist so dominant, dass man gar nicht erschmecken kann, womit die grünen Bollen überhaupt gefüllt sind.


Entgegen dem, was der Serviervorschlag ("suggestion de présentation") nahelegt, stecken weder Aprikosen noch Pistazien in der Teigumhüllung, sondern ausschließlich Erdnüsse (arachides). Doch wie gesagt: Selbst wenn da etwa eine Trockenfrucht drin wäre, würde ich sie nicht erkennen. Obendrein ist der pikante Knuspermantel nämlich ziemlich dick. Dennoch beträgt der Nussanteil ordentliche 37 Prozent, das sind zehn Prozentpunkte mehr als in den Rewe-Nüssen.


Von der Packung werde ich noch lange zehren. Mehr als fünf dieser Snackeinheiten kriege ich nicht runter, bevor ich mit Tränen in den Augen nach Luft schnappe. Das weckt die Lebensgeister, das pustet die Nebenhöhlen durch – herrlich!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen